Ich kaufe ein Rennrad
Triathlon = Materialschlacht! Diese Regel beherzigend und massiv frustriert durch den Platz, den ich auf dem Rad gemacht habe in Hamburg (200 Plätze schlechter als Laufen und Schwimmen) habe ich den Entschluss gefasst: ein Rennrad muss her!
“Ich bin noch nie auf einem Rennrad gesessen, aber man kann ja alles lernen und so schwer sieht das nicht aus” – dachte ich mir und machte mich auf die Suche. Samt gemessenen Daten (Rahmen 47 oder 48) und kompetenten Berater sowie dem Budget im Hinterkopf (ca. 1400 Euro) ging es als erstes zu den großen Radgeschäften in München.
Fünf Radgeschäfte haben wir an einem Tag abgeklappert. Brilliantes Ergebnis: nur zwei hatten Räder in meiner Rahmengröße. Die anderen drei haben mich mitleidig angesehen und in einem eigenartigen Ton verlauten lassen: “Jaaaaa – in der Größe wird es schwierig!”, danach aber auch keine Anstalten gemacht, mir Alternativen vorzuschlagen. So viel zum kompetenten Fachhandel. Grrrr! Bei einem Radgeschäft war ein wirklich schönes Rad in meiner Größe da (von HAI), das allerdings 1800 Euro gekostet hätte. Hier die Aussage: “In der Größe und mit der Ausstattung werden Sie kein günstigeres bekommen.” Hmpf! Das andere Rad gab es zum Kampfpreis (1300 Euro) beim Sport-Bittl (wow – sogar mit Dura Ace) allerdings mit einer für mich nicht richtig bergtauglichen Übersetzung: nein – ich werde mein Rad nicht am Berg schieben. Viel zu peinlich! Und ehrlich – ich will auch nicht “FEVER” (Hausmarke vom Bittl) auf meinem Rennrad stehen haben. Nicht peinlich – aber auch nicht so schön! Schmerzhafte Erfahrungen mit einem FEVER Snowboard spukten auch noch in meinem Hinterkopf herum.
Insgesamt war ich an dem Tag wirklich unzufrieden. Entweder teuer oder falsche Ausstattung oder Desinteresse am Kunden.
Dann eben Internet. Erster Punkt: auch hier haben nicht alle kleine Rahmengrößen, wie bspw. Canyon. Bei Canyon macht das aber nichts, da man ja sein Rad sowieso nie oder nicht unter einem Jahr Lieferzeit zu Gesicht bekommt.
Folgende Hersteller habe ich gefunden, die kleinere Räder hatten:
Red Bull, Scott, Stevens, Poison, Hai und es gibt sicherlich noch mehr. Nach einigem hin und her suchen und dem wälzen der Roadbike habe ich mich für das Stevens Impala entschieden. Den gesamten Entscheidungsprozess kann ich hier nicht mehr wiedergeben. Es war eine Mischung aus guten Testergebnissen der Stevens-Rahmen, der Möglichkeit das Rad zu konfigurieren (unter anderem wichtig wegen der Schaltung/Bremsen, die für mich kleiner sein sollten) und eben einem sehr, sehr netten Design. Man ist ja auch beim Sport eitel. Beim Triathlon sowieso.
So lief’s:
- Rad auf der Stevens-Website konfigurieren
- Händler des Vertrauens finden – bei mir Fahrrad Griesbeck
- Konfiguration faxen und Anzahlung machen (200 Euro)
- Warten
Hier meine Konfiguration:


Ich habe insgesamt ca. vier Wochen gewartet, was ein Witz ist, wenn ich gerade beobachte wie lange mein Freund auf das erste Rad gewartet hat, dass nie angekommen ist und jetzt im zweiten Versuch immer noch darauf wartet.
Die Konfiguration kann man allerdings eher als Empfehlung verstehen, da ich im Nachhinein tatsächlich
- keine orange-schwarzen Continental 4000-Reifen, sondern schwarze
- keine Ultegra SL sondern eine Ultegra
- einen schwarzen und keinen weißen Vorbau
- weißes statt goldenem Lenkerband (zu affig)
- und die Mavic Aksium Laufräder und nicht die Shimano Mavic Variante
habe.
Der Rest war beruhigenderweise gleich. Preis 1500 Euro. *Schluck*
Es ist sehr nett das Rad beim Händler zu bestellen. Die Leute waren sehr freundlich, alles wurde angepasst und zusammen geschraubt. Das Rad wurde sogar stolz in den Showroom gestellt – in dem sonst nur City-Räder stehen. Einen Tag nach der Lieferung war alles fertig zum Abholen. War etwas nicht vorhanden (naja – einiges) wurden mir Alternativen empfohlen.
Fazit: Es ist wirklich schwer ein passendes Rennrad für kleine Frauen zu finden – für kleine Männer sicher auch. Tatsächlich war ich sehr enttäuscht von den sogenannten Fachhändlern, die ich aufgesucht habe. Das kein Rad auf Lager ist, kann ich mir ja noch vorstellen. Das einem aber nicht mal Möglichkeiten aufgezeigt werden, ist sehr schwach. Davon ausgenommen ist natürlich Fahrrad Griesbeck. Aber da wußte ich ja schon vorher, was ich wollte.
Ich habe meinen Kauf übrigens im ersten Einsatz nicht bereut.